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Kundalini Yoga

 

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Kundalini-Yoga so wie Yogi Bhajan es gelehrt hat ist eine dynamische, anregende und ebenso ausgleichende Yogaform. Sie stärkt den ganzen Körper, macht ihn flexibler und vermittelt Ausgeglichenheit und Gelassenheit.

Kundalini-Yoga ist "anders" ... es besitzt viele Parallelen zu anderen Yogastilen, beinhaltet jedoch weniger akrobatische Stellungen und ist in seinen Haltungen beweglicher. Im Unterricht werden so auch nicht explizit die klassischen Asanas unterrichtet. Kundalini-Yoga-Lehrer*innen laufen nicht im Raum herum und richten dich aktiv aus!

Viele der Übungen besitzen unmittelbare Nähe zu den Praktiken des Yogic Sukshma Vyayama; ein System subtiler Yogaübungen welches von Dhirendra Brahmachari gelehrt und auch aufgeschrieben wurde und heute u.a. von dem Schweizer Reinhard Gammenthaler weiter gegeben wird.

Kundalini-Yoga wird auch Yoga der Energie oder der Bewusstheit genannt – dies kann bereits ab der ersten Stunde spürbar werden. Manchmal fühlt es sich an wie "High-Sein", wie beschwipst. Nice!

 

Zentral sind:

  • Bewusste Atemführung / Pranayama
  • Die bewusste Aufrichtung der Wirbelsäule
  • Kräftigung der Muskulatur
  • Arbeit an Ausdauer und Flexibilität
  • Stärkung des Immunsystems
  • Unterstützung – Anregung und Ausgleich – der Funktion des Drüsensystems
  • Arbeit mit den Bandhas, den Körperschleusen
  • Meditation
  • Wahrnehmen und Aktivieren der Chakren
  • Erhöhung der Selbstwahrnehmung und Intuition, des eigenen Raumes

 

Mein Anliegen im Unterricht ist es, das Bewusstsein für die eigene Auf- und Ausrichtung zu schärfen, den Atem als bewegende Energie erlebbar zu machen, Achtsamkeit und Gewahrsein zu erhöhen und nach und nach die Erfahrung zu vermitteln, dass die eigenen Grenzen beweglich sind. Dies geschieht immer unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen Voraussetzungen!

 

Wie sieht eine Kundalini-Yogastunde aus?

 

Nach dem gemeinsamen Einstimmen wird ein Set von Körperübungen praktiziert. Einem Set, auch Kriya genannt, liegt je ein Thema zugrunde, das auf körperlicher Ebene bearbeitet wird. Es gibt hunderte von Kriyas… für die Aufrichtung der Wirbelsäule, für Leber, Herz und Nieren, zur Stärkung des Nabelpunktes, zur Anregung des Immunsystems, für die Augen, für Drüsen und Nerven. Lange und kurze Sequenzen, eher leichte sowie sehr fordernde, wie "normales" Yoga daherkommende und dann auch ganz schräge ... Auch für eher abstrakte Dinge wie Wohlstand, die Anhebung des Bewusstseins, Freude, Toleranz und Fröhlichkeit ist einiges dabei!

Pranayama, das Üben der Beherrschung des Prana, der Lebensenergie, die zu einem Großteil über den Atem aufgenommen wird, spielt in jeder Stunde eine grundlegende Rolle und liegt mir sehr am Herzen. In quasi allen Übungen ist der Atem mit der Bewegung verbunden. In jeder Stunde wird der Atem erspürt und vertieft, der Raum mit welchem wir Luft aufnehmen und aus welchem wir sie schöpfen, erweitert. Dies lehrt uns, bewusster zu sein und den Atem als Energie, als Prana, wahrzunehmen. Im Laufe der Zeit kann dies zu einem Teil des alltäglichen Lebens werden.

Nach der Tat kommt die Ruhe. Die Tiefenentspannung in Savasana ist unerlässlich. In diesem Teil der Yogastunde beruhigen sich Körper und Geist und die angeregte Energie kann in das körperliche und mentale System integriert werden. Durch das regelmäßige Praktizieren wird es möglich, diese Form der Entspannung – zwischen Wachsein und Schlaf – auch an anderen Punkten des Tages einzusetzen.

Anschließend folgt eine Meditation. Es gibt mannigfaltige Meditationen im Kundalini-Yoga. Häufig gehen sie mit einem Mudra (Hand- und Fingerhaltung) einher und ebenso wird oft ein Mantra gechantet oder in Gedanken gesprochen. Und wie auch bei den körperlichen Übungen wird ein Drishti, ein innerer Fokuspunkt angeblickt. All dies wirkt unterstützend, den Geist zu beruhigen, nicht in Gedanken und Selbstbetrachtungen, zu To-Do-Listen abzuschweifen und beides lenkt den Energiefluss und die Schwingung im Körper auf besondere Weise.

 

Was ist die Kundalini?

Ein Anliegen des Yoga ist der Prozess der Bewusstwerdung und des Anregens und Freisetzens der Kundalini-Energie, der universellen ätherischen Kraft, die für das Entstehen jeden Lebens zuständig ist und die uns allen innewohnt.
Das Bild für den mysteriösen, abstrakten Begriff Kundalini [kundal bedeutet auf Sanskrit 'die Aufgerollte'] gemäß altindischer Lehren ist eine Schlange, die dreieinhalbfach aufgerollt am unteren Ende der Wirbelsäule schlummert. Wenn wir sie erwecken, beginnt sie durch Sushumna Nadi [Energiebahn parallel zum zentralen Nervenkanal der Wirbelsäule] aufzusteigen, dabei unsere Chakren [feinstoffliche Energiepunkte] zu durchdringen und damit unser gesamtes schöpferisches Potential zu erreichen, das Bewusstsein enorm zu erweitern.
Im Kundalini-Yoga wird an der Aufrichtung der Wirbelsäule, an der Reinigung des ganzen grob- und feinstofflichen Körpersystems und der Aktivierung der Chakren gearbeitet um diesen Aufstieg allmählich ermöglichen zu können.

 

Wer war Yogi Bhajan?

Yogi Bhajan (1929-2004) stammte aus einer wohlhabenden Familie aus Nordindien, sein Geburtsort liegt im heutigen Pakistan. Nach Jahren des Studiums des Yoga und der Wirtschaftswissenschaften, der Familiengründung und der Arbeit als Regierungsbeamter folgte Yogi Bhajan 1968 einer Einladung nach Kanada.

Er blieb im Westen, begann, Yoga zu unterrichten und öffnete ein bis dahin noch relativ exklusives Wissen – welches über Jahrtausende ausschließlich mündlich beziehungsweise durch Erfahrung von Meister zu Schüler weiter vermittelt wurde. Er passte es an die Bedürfnisse der westlichen Kultur an und begann, Lehrer auszubilden... welche wiederum Lehrer ausbilden. Um eine Sache zu meistern unterrichte sie! (YB) 1969 gründete er in Los Angeles die 3HO, die „Healthy Happy Holy Organisation“ – den Dachverband der Kundalini-Yogalehrenden weltweit.

Yogi Bhajan gehörte der Glaubensgemeinschaft der Sikhs an. Es finden sich daher Elemente dieser Religion mit ihrer Mystik und Sprache in dieser Form des Kundalini-Yoga wieder.

Das Ausüben von Kundalini-Yoga und Yoga im allgemeinen ist allerdings nicht religiös gebunden!

 

 

Es ist dein Geburtsrecht, glücklich zu sein
Yogi Bhajan